Mittwoch, 6. März 2019

Unfälle in der Wüste

Die ganze Zeit sind wir nun schon viele lange Strecken durch unterschiedliche Wüsten gefahren, anfangs durch noch anschauliche, hügelige Kakteenwüste mit kurvenreichen Straßen, dann durch die mit den Salzseen, die auch noch bunt und voller Leben ist, in den letzten Tagen dann durch sehr tristes und karges Gebiet, in welchem das einzig Bunte oft die mit Plastikblumen  und Fähnchen geschmückten Unfallstellen sind.  Im ganzen Land stehen an den Straßen manchmal Kreuze, häufiger jedoch kleine Hütten wie Hundehütten an den Stellen, an denen jemand starb. Wenn  mehrere starben, werden die Hütten gross, man kann reingehen und neben Plastikblumen auch Bilder der Verstorbenen sehen und Texte lesen. Manche sind sehr kreativ gestaltet mit persönlichen Dingen der Toten, auch deren Spielzeug und mit Sitzbänken.  Auch Ansammlungen von gefüllten Wasserflaschen findet man manchmal. Hier ein Beispiel aus einer grüneren Gegend:


  Hin und wieder werden Reifen farbig gespritzt und dann an der Unfallstelle so eingegraben, dass die Hälfte des Reifens noch herausschaut. Gestern hatten wir auf langer gerader Wüstenstrecke besonders viele Gräber, so kam es mir jedenfalls vor. Einen LKW hatte es gerade erwischt, der lag, als wir vorbeifuhren, auf dem Kopf, der Abschleppwagen war schon eingetroffen.

Wir denken uns, dass die Fahrer in dieser eintönigen Landschaft schnell ermüden.  Das Hirn hat nichts zu tun, das Auge wird durch nichts abgelenkt und die Asphaltstraße ohne Leitpfosten  hat rechts und links neben der Standspur teilweise 1 m und mehr Gefälle bis zum Wüstenboden, das man in diesem grau in grau schlecht wahrnimmt.  Eine kleine Unaufmerksamkeit und das Gefälle wird zum Verhängnis. Im Dunkeln dürfte es besonders gefährlich sein. Wir fahren nicht im Dunkeln.


Dienstag, 5. März 2019

Antofagasta


Heute fuhren wir von San Pedro durch karge  Kiessandwüste bis Calama, schauten dort am Kupferbergwerk vorbei, dann ging es weiter  mit teilweise viel Wind und sandigem Luftgewirbel, irgendwann an einer Geisterstadt vorbei, doch bei dem Wind wollten wir nicht absteigen, um Fotos zu machen. Irgendwann war da eine einsame Truckertankstelle mit Restaurant, dort trafen wir auf einen junger Holländer auf seiner African Twin,  der schon auf einige abenteuerliche Reisen zurückblickte. Es ergab sich wie so oft ein nettes kleines Gespräch unter Reisenden, dann ging es weiter durch den Wind.  Erst kurz vor der Küstenstadt formte sich aus dem tristen, kargen Nichts wieder eine Landschaft aus Sandhügeln. In Antofagasta angekommen fanden wir schließlich eine schöne Unterkunft mit Meerblick, Klimaanlage und dem wahrscheinlich breitesten und besten Bett auf dieser Reise.

Auf dem Heimweg vom Restaurant flog dann plötzlich eine Katze aus einem Hochhaus direkt vor uns auf den Bürgersteig. Sie lebte, kam aber nicht mehr von alleine hoch und blutete aus dem Maul, als sie fauchte, wenn sich ihm eine helfende Hand nähern wollte. Schnell kamen einige junge Leute um das arme Tier zusammen und telefonierten sofort.
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Süden. Natürlich hielten wir an der Hand, die  an der Ruta 5 aus dem Sand ragt, an:




Sonntag, 3. März 2019

Baden in der Wüste

...und  kühlten uns in der zweiten 
Lagune kurz ab. Das Wasser ist so salzhaltig, dass man nicht untergehen kann, wie Ingolf gerne demonstrierte:


Morgen wollen wir nach Calama, vielleicht auch noch weiter. 

2 Lagunen...

In San Pedro ist was los, hier findet man in den sandig-staubigen Straßen viele Unterkünfte, vor allem Hostels, urige Restaurants mit offenen Feuerschalen oder Lehmöfen, Geschäfte mit Bekleidung und Touristenschnickschnack, und natürlich Hunde überall. Es sind viele Touristen da, vor allem Backpacker. Heute buchten wir keine Tour, sondern fuhren auf eigene Faust mit der Enfield los.
Wir lernten was über Flamingos an der Laguna chaxa...





Sport im Valle de Luna

In San Pedro werden an jeder Ecke geführte Touren zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten angeboten. Wir probierten die Tour ins Valle de Luna aus im Kleinbus mit nur 9 Personen. Das war ganz nett und informationsreich. Allerdings hätten wir nicht gedacht, dass da auch sportliche Aktivität gefragt war. Es ging im Wechsel zu Fuß teilweise steil bergauf und bergab. Wir hoben den Altersdurchschnitt der Gruppe deutlich an und fanden es am Ende gut, dass auch die jungen Leute schwitzten und schnauften.  Dennoch hatte sich die Tour gelohnt, das Tal mit seinen Salzkristallen war sehenswert. dann noch fix auf einen Sammelpunkt für den Sunset, danach ging es zurück. Da wir sonst überwiegend auf den Mopeds sitzen, war der Sport nicht verkehrt.
                                              



Samstag, 2. März 2019

San Pedro de Atacama

Über den Paso Jama fuhren wir nach der Grenze in Richtung San Pedro de Atacama. Die Wüste war anders als die, durch die wir bisher fuhren, der Boden sandiger, die Vegetation noch karger, es war kühl, erstmals kam mein wollener Nierenwärmer zum Einsatz. Wir sahen sogar einige Flamingos. Auf  der Straße war wenig los, wir fuhren überwiegend alleine, keine Menschenseele weit und breit.



Die Strecke vorbei an  zwei großen, schneebedeckten Vulkanen war schließlich recht windig.  Endlich ging es lange bergab und wir erreichten die Stadt, in der wir die kleine Tankstelle länger suchen mussten und schließlich in einer der staubigen Straßen fanden. Nach tanken und essen fielen wir erschöpft  ins Bett, um endlich zu schlafen. Das ging dann auch, die  Stadt liegt nur noch 2408 m hoch.
Am nächsten Tag lernten wir beim Frühstück Erika und David kennen, ein rüstiges Rentnerpaar Ü70 aus Australien,  das seit 5 Jahren unterwegs ist, weil es in Australien überall gleich aussähe und das langweilig sei. Die fahren überwiegend Bus, buchen sich geführte Touren oder mieten sich mal spontan ein Auto- so geht es auch im Alter.

Die Kirche  von San Pedro mit einer Decke aus Kakteenholz:


Freitag, 1. März 2019

Morgens....

....hat Ingolf fast gar nicht geschlafen, ich ein wenig, der hauseigene Fön föhnte nicht, dem war die Luft wohl auch zu dünn. Beim Frühstück mit gutem Kaffee, der auch nötig ist, sagte man uns unsere Höhe: 3500 m.


 
Wir fuhren dann über die Grenze nach Chile, die Grenzbeamten waren entspannt.